AWO Kreisverband Aktuell

Sonntag, 28 Februar 2010

"Statt Gutscheine für Nachhilfe eine eigene Grundsicherung für alle Kinder"

AWO Kreisverband DA-DI unterstützt die Forderung: "Kinder raus aus Hartz IV"

"Statt Gutscheine für Nachhilfe eine eigene Grundsicherung für
alle Kinder". Verbände und Wissenschaftler fordern mutigen
Systemwechsel der Familienförderung und bieten sozial gerech-
tes Modell an.

"Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hat gezeigt: Es ist Zeit für
eine grundsätzliche Neuordnung der Kinderförderung", kommentiert der
AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die aktuelle Debatte, die
vom Kern des Problems ablenkt. Statt jetzt wieder um Centbeträge
und unübersichtliche Warenkörbe zu feilschen, müsse das Urteil konse-
quent umgesetzt werden und insbesondere die Rechte der Kinder stär-
ken. "Eine eigenständige Grundsicherung für alle Kinder würde
endlich die Schwächsten unserer Gesellschaft aus der Stigmati-
sierung und sozialen Ausgrenzung der Hartz IV Bezüge raus
holen".
"Jetzt muss endlich Schluss sein mit der falschen Familienpolitik der
Regierungskoalition, die nur besserverdienende Eltern fördert und arme
Kinder leer ausgehen lässt" erläutert der AWO Bundesvorsitzende 
Stadler. Statt der ungerechten Vielzahl der jetzigen Förderungen für
Familien fordert die AWO zusammen mit anderen Sozialverbänden und
namhaften Wissenschaftlern eine Leistung für alle Kinder - diese Grund-
sicherung soll sozial gerecht gestaltet sein, indem sie der Einkommens-
besteuerung unterliegt. (www.kinderarmut-hat-folgen.de)

Insbesondere fordert die AWO, dem Urteil des Bundesverfassungsge-
richts im Bildungsbereich Folge zu leisten. "Um "Sozialstaats-
Karrieren" und hohe Folgekosten zu vermeiden, müssen wir
endlich für Chancengerechtigkeit beim Zugang zu Bildung sor-
gen",
betont Wolfgan Stadler.
Das bedeutet die konsequente Umsetzung des Ausbaus der Bereu-
ungseinrichtungen insbesondere für Unter-Dreijährige Kinder, die
Abschaffung der Gebühren für Kitas, sowie ein flächendeckendes
Angebot von Ganztagsschulen mit kostenlosem Mittagessen und mehr
Sport- und Musikangeboten.
"Das ist ein wesentlich sinnvolleres Programm für die Förderung
von Familien und der Chancengerechtigkeit als Gutscheine für
einzelne Nachhilfestunden zu verteilen oder Sonder-Anträge
für die Anschaffung von Schulranzen oder Zirkeln stellen zu
müssen",
betont der AWO Bundesvorsitzende.